Schwächung und Verstärkung von Trägern
In nachfolgenden Bauphasen können Träger nicht auf übliche Weise bearbeitet werden. Daher muss zur Änderung einer der folgenden Vorgänge gewählt werden:
- Entfernen des ausgewählten Trägers aus der Berechnung
- Schwächung des ausgewählten Trägers (nur im Modus „Tunnel“ anwendbar)
- Verstärkung des ausgewählten Trägers
- Reduzierung des Trägerquerschnitts
- Änderung der Kontakteigenschaften des Trägers
Die Art der Änderung wird im Dialogfenster „Trägereigenschaften anpassen“ ausgewählt.
Bei der Schwächung eines Trägers wird der Schwächungsgrad in Prozent angegeben (100 % entspricht dem vollständigen Entfernen des Trägers). Der Träger wird aus der Struktur ausgeschlossen (seine Steifigkeit beeinflusst die Verformung nicht mehr), und seine Wirkung wird durch Endkräfte ersetzt (bekannt aus der vorherigen Berechnungsphase), deren Werte entsprechend dem angegebenen Schwächungsgrad angepasst werden.
Bei der Verstärkung oder Reduzierung eines Trägers können die Querschnittseigenschaften und Materialkennwerte geändert werden. Eine Verstärkung kann als Vergrößerung der Querschnittsdicke verstanden werden (z. B. infolge des Aufbringens von Spritzbeton), während eine Schwächung eine Verringerung des Querschnitts darstellt, beispielsweise infolge von Korrosion.
Eine Änderung der Querschnittsfläche beeinflusst die Eigengewichtslast des Trägers (sofern das Eigengewicht berücksichtigt wird). Die Auswirkung einer Querschnittsreduzierung zeigt sich nur dann, wenn die Steifigkeitsparameter — EA, GA und EI — kleiner sind als in der vorherigen Berechnungsphase. Umgekehrt wirkt sich eine Verstärkung (EA, GA und EI größer als in der vorherigen Berechnungsphase) nur dann aus, wenn sich zugleich auch die Belastung ändert (entweder durch Eigengewicht oder durch äußere Lasten).
Dialogfenster „Trägereigenschaften anpassen“ – Verstärkung des Trägers